Wandern Wienerwald: Araburg von Kaumberg auf einer Rundwanderung in Niederösterreich

Mit fast 800 Metern ist die Araburg die höchstgelegene Burgruine Niederösterreichs - sie thront über dem Triestingtal und bietet einen herrlichen Ausblick auf den Wienerwald und die Voralpen. Meistens ist es so - heute allerdings hüllt sie sich in Nebel und die versprochene Sonne bleibt uns gänzlich verborgen. Aber ehrlich gesagt: bei dieser mystischen Stimmung, den abwechslungsreichen Wanderwegen und den ersten Schneerosen sind wir mehr als glücklich auf unserer herrlichen Rundtour.


Mystisch ragt die Burg aus dem Nebel heraus - was für eine Stimmung!


Kurzbeschreibung


Weglänge: 10,9 km

Höhenmeter Anstieg: 417 hm

Schwierigkeit: einfach zu gehen, meist auf Waldwegen, manchmal schmaler, manchmal breiter, aber immer in sehr gutem Zustand. Am Schluss über eine wenig befahrene Straße.

Kondition: nur der Aufstieg zur Burg ab dem oberen Parkplatz ist streckenweise steiler, sonst verlaufen die Steigungen sehr moderat.

Markierung: sehr gut markiert

Weg-Alternativen: Abstieg über andere Wege oder aber Verlängerung der Tour zur Enzianhütte am Kieneck oder zum Hocheck

Parken: viele Parkplätze im Ort

Landschaft/ Erlebnis: ohne Nebel toller Ausblick, Besichtigung der Burg,

Fotografie: Burg und Wald mit vielen Details

Einkehr/ Rast: auf der Burg gibt es eine Burgschenke - derzeit leider geschlossen, aber hier der Link: Araburg-Stüberl

Tipp: Besichtigung der Burg, 5 Euro Eintritt, ganzjährig geöffnet, Ticketautomat

Läuten der Glocke: 2 Euro-Münze einpacken


Link zum GPS-Track

Araburg Wanderung
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Beschreibung der Wanderung


In Kaumberg findet ihr im Ort jede Menge Parkplätze - wir stehen genau vor dem Gemeindeamt. Gleich rechts daneben startet unser Wanderweg mit einer Treppe hoch zur Kirche. Die liegt wirklich hübsch über dem Ort und verfügt über einen spannenden Turm und einen Tunnel durch das Gebäude, wo dahinter nur eine Wiese zu finden ist. Spannend, dass sich die Bauherren die Arbeit dieses Durchgangs angetan haben, wenn es doch dahinter (zumindest in unserer Zeit) nichts mehr Interessantes zu finden gibt.

Die Kirche in Kaumberg hat einen spannenden Torbogen quer durchs ganze Gebäude...
Blick zurück zur Kirche - was für ein interessanter Turm.

Weiter geht es für uns auf einer kleinen Straße bergan, vorbei an einigen Häusern und dem Friedhof nach oben. Bald führt unsere Wanderroute auf einem Waldweg weiter, zu unserer Rechten eine Wiese und einige Häuser. Wenn ihr wie ich Enten-Liebhaber seid, dann werdet ihr hier eine besondere Überraschung erleben: eine große Gruppe aus mehr als zwanzig Laufenten in den unterschiedlichsten Farben watschelte unter lautem Geschnatter über die Wiese und um den noch gefrorenen Tümpel herum. Da wir selbst früher Laufenten hatten, genießen wir es immer sehr, wenn wir welche beobachten können. Dem Wald entlang geht es ein wenig bergauf bis ihr zu einem Bauernhof kommt, den wir an der linken Seite passieren. Wir sind derzeit auf dem Mariazellherweg 06 unterwegs.

Es lohnt sich, genau zu schauen: viele historische Gebäude sind zu sehen.
Eine Hubertus-Kapelle - mit einem imposanten Gemälde, das uns an Robin Hood erinnert hat.
Wirklich perfekt markiert vom Anfang bis zum Schluss.
Und noch ein hübsches Heiligenbild - diesmal die Heilige Familie.

Nach dem Bauernhof geht es ein kleines Stück auf der Straße nach rechts und ihr seht bereits den Parkplatz für die Ruine. Hier kann man parken, wenn man entweder nur das kleine Stück zur Ruine hoch gehen möchte oder aber wenn man eine längere Tour wie etwa aufs Kieneck plant und Weg sparen möchte. Wir gehen durch den Parkplatz und danach auf dem Waldweg weiter. Immer noch bleibt ihr auf der Wandermarkierung und kommt so zu einer Abzweigung vom Forstweg auf einen Pfad, der links abzweigt. Nun folgt das steilste (und eigentlich einzig wirklich steilere) Stück der Wanderung. Wer das vermeiden möchte und gemütlich weiter hoch gehen will, der bleibt bei der Abzweigung einfach auf dem Forstweg, geht weiter zuerst gerade, dann eine totale Kehre und kommt so zu einer Kreuzung, wo es links zur Burg geht.

Moos in seiner Farbenvielfalt!
Noch können wir die Bäume ohne Blätter genießen - wir lieben ihre Formenvielfalt.
Auf dem Forstweg geht es bis zur Abzweigung des Steiges.
Das ist der Start zum Steig zur Burg hoch - alternativ einfach auf dem Weg bleiben.
Hohe Stämme ragen in den Nebel und verschwinden immer mehr in ihm.
Heute doch zu kalt zum Sitzen - aber im Sommer...
Der Steig ist zwar steiler, aber einfach zu gehen.
Wie die Stämme immer zarter werden und dann im Nebel verschwinden.

Wir aber gehen über den Pfad direkt hoch zu Burg. Sehen können wir sie leider erst im letzten Moment, da der Nebel alles einhüllt. Der prognostizierte Sonnenschein kann sich nicht durch den Nebel kämpfen - erst auf der Heimfahrt im Auto sehen wir die Sonne für ganz kurze Zeit durch die Wolkendecke schauen.

Die Burg ist aber auch oder vielleicht gerade im Nebel überaus spannend. Wenn ich ehrlich bin, mag ich so alte Gemäuer am liebsten in dieser Stimmung. Passt doch perfekt für solch geschichtsträchtige Orte, oder? Total genial finden wir den Ticket-Automat im Burghof für die Eintrittskarten zur Burg. Die Dauerausstellung Szenarium Araburg lockt ganzjährig mit spannender Gestaltung und einem herrlichen Ausblick vom Bergfried.

Hier der Link zur Burg: Araburg und zum Szenarium Araburg


Draußen vor der Burg gibt es eine große Glocke, die gegen einen Einwurf von zwei Euro zum klingen gebracht werden kann. Klar, dass wir das ausprobieren müssen. Haben wir uns doch schon den gesamten Anstieg über das viele Glockengeläut gewundert. Jetzt wissen wir, woher das kam!


Der Glockenturm - vor der Burg ein perfekter Platz.
Zwei Euro nicht vergessen!
Die Geschichte der Glocke - eine evangelische Glocke!
Hat einen schönen prominenten Platz bekommen, finden wir!
Besser als der Sonnenschein - was für eine Stimmung!
Ja, das Stüberl hat leide noch zu.
Noch ein Blick auf die alten Mauern.
So süß - das Postkasterl der Burgpost.

Die Araburg ist die höchstgelegene Burgruine Niederösterreichs und wurde im 12. Jahrhundert erbaut - ihr Name bedeutete vermutlich vom Begriff Aar abgeleitet Adlerburg. Woher das Geschlecht der Arberger kommt, ist nicht völlig geklärt. Es ist durchaus möglich, dass in diesem Fall der Berg dem Geschlecht seinen Namen gab und nicht umgekehrt. 1192 bekommt der Ministrabel Chuonradus Wartenstein von Pitten die Burg als freies Eigentum und nennt sich seither Chonradus de Arber. In der Folge kommt es immer wieder zu Streitereien zwischen den Besitzern der Burg und dem benachbarten Stift Lilienfeld - schriftlich erwähnt werden die Arberger meist nur, wenn sie als Zeugen einer Gerichtshandlung auftraten, sonst sagen die Aufzeichnungen leider wenig über dieses Adelsgeschlecht. Der Grund des Streits war zumeist die Pfarre Kaumberg oder besser gesagt deren Einkünfte. Am Übergang vom 14. ins 15. Jahrhundert erlosch das Geschlecht der Gründer der Araburg.

Im Laufe der folgenden Zeit wechselten die Besitzer der Araburg immer wieder. So werden die Ruckendorfer, die Pögl-Reiffenstein, die Jörger und die Hoyos als bekannte Namen erwähnt. 1529 ist sie Zufluchtsort für die Menschen ringsum während der ersten Türkenbelagerung. Von den Hoyos kauft sie Abt Ignatius von Stift Lilienfeld im September des Jahres 1626 um 75.000 rheinische Gulden. Als Schutz für die Menschen um die Araburg wird diese wieder renoviert. Eine wichtige Entscheidung, wie sich wenig später im Jahre 1683 zeigt, als die Türken brandschatzend zum zweiten Mal durch die Gegend ziehen. Diesmal wird sie völlig zerstört und ist seither eine Ruine. Unglücklicherweise wird sie auch im zweiten Weltkrieg weiter zerstört. In den 60-er Jahren erfolgt dann eine Renovierung.

Natürlich gibt es wie es sich für eine echte Burg gehört Sagen und Legenden - ein erzählt von einem Verbindungstunnel von der Burg bis auf den Markplatz von Kaumberg, durch den die Bewohner bei Gefahr unterirdisch in die Burg flüchten konnten.


Unser Weg geht an der Burg vorbei nach hinten, wieder haben wir eine perfekte Wandermarkierung auf dem Weg 06. So kommen wir zu einer Kreuzung, wo wir weiter Richtung Kieneck gehen. Es geht recht gemütlich, mal ein bisschen rauf, mal ein bisschen runter dahin. Zuerst auf einem Forstweg geht unser Weg dann in einen Waldpfad über. Für uns beginnt nun der schönste Weg der Wanderung. Vorbei an Erika, das rosa blüht, und herrlichem Moos schlängelt sich der Pfad durch den Wald, dann tauchen sie auf: die ersten grünen Blätter der Schneerosen. Nur ein paar Schritte weiter ist es so weit: die ersten blühenden Schneerosen des heurigen Jahres! Mein Wunsch ist in Erfüllung gegangen, sie waren ein Grund, warum ich heute in diese Gegend wollte. Dieser so zauberhafte Wegabschnitt geht nun einige Zeit weiter, bis er an einer T-Kreuzung ansteht. Hier geht ihr nach links. Nach ein paar Metern kommt ein Bankerl mit dem Namen Wolfgrube, dahinter liegt wirklich eine Grube. Ob es sich hier um eine echte Wolfsgrube handelt oder es vielleicht früher eine gegeben hat, konnte ich leider nicht herausfinden. Aber spannend ist es auf jeden Fall.

Auf dem Ing.-Josef-Lux-Weg geht es weiter.
Auch hier perfekt markiert und eindeutig.
Recht eben gehen wir weiter auf unserem Forstweg.
Blüht noch so hübsch rosa - das Heidekraut.
Der Nebel macht den Weg nach spannender. Wir genießen es.
Natur pur - so lieben wir es!
Gehofft - und in Erfüllung gegangen: die ersten Schneerosen heuer!
Nun ist es ein schmaler Waldweg - noch stimmungsvoller und so einsam!
Auch hier wirklich gut markiert.
Die Wolfsgrube - ob es wirklich eine war, konnte ich leider nicht herausfinden.

Wir gehen vom Waldpfad auf den Forstweg hinaus und überqueren diesen - gleich gegenüber startet unser Abstiegsweg. Zu unserer Freude ist auch das ein Waldpfad, der uns hinunter ins Tal bringt. Auch hier ist alles perfekt markiert und ihr seht auch einen Wegweiser mit "Kaumberg". Am Ende münden wir in eine Straße, wobei sie nur der Zufahrt zu den einzelnen Bauernhöfen dient. Unseren gesamten Abstieg kommt kein einziges Auto. So gelangen wir zurück nach Kaumberg. Nehmt euch Zeit, die Häuser entlang der Stecke zu betrachten - zum Teil sehr imposante historische Gebäude wie eine versteckte Jugendstil-Villa auf der linken Seite oder ein Herrschaftssitz auf der rechte Seite beeindrucken uns und lassen uns überlegen, ob dies wohl aus der Zeit der Sommerfrische stammen. Am Fuß der Kirche vorbei gelangen wir wieder zum Gemeindeamt und zu unserem Auto.

Das ist unser Abstiegs-Weg.
Und noch ein Lost-Place am Wegrand.


Tourdaten



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