Wandern Weinviertel: am Wenzelsteg um die Retzer Windmühle in Niederösterreich

Aktualisiert: Jan 13

Das Wahrzeichen der Weinstadt Retz im nördlichen Weinviertel ist keine Weinrebe oder ein Weinfass - nein, es ist eine Windmühle, noch dazu die einzige in Österreich, die vollständig eingerichtet und auch betriebsfähig ist. Unsere heutige Tour führt uns auf dem Wenzelsteig zur Windmühle und ins stimmige Hinterland, um dann wieder zurück nach Retz zu gelangen.

Die Retzer Windmühle - was für ein Anblick!

Kurzfassung


Weglänge: 8,2 km

Höhenmeter Anstieg: 173 hm

Schwierigkeit: einfache Wanderung auf Asphalt und Waldweg, leicht zu gehen.

Kondition: es geht angenehm, mit moderaten Steigungen ein wenig bergauf.

Markierung: gut markiert

Weg-Alternativen: bei Hitze umdrehen von der Richtung - Aufstieg im Schatten!

Parken: Hauptplatz in Retz, alternativ bei der Windmühle und dort starten

Landschaft/ Erlebnis: Landschaftlich sehr, sehr schön und ganz besonders.

Fotografie: Viele Fotomotive locken - von der Architektur und den Skulpturen über die Windmühle bis hin zu Ausblick und Landschaft.

Einkehr/ Rast: viele Heurige in und um Retz - und hübsche Rastplätze auf der Wanderung

Tipp: Besichtigung des Retzer Erlebniskellers - hier findet ihr unseren Artikel über unseren Besuch im Retzer Erlebniskeller: Link


Link zum GPS-Track

GPX_-_GPS_Track,_Retz,_Wenzelsteig,_Wind
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Beschreibung der Wanderung


Start ist der Hauptplatz in Retz - hier findet ihr genügend Parkplätze ringsum. Beim Aussteigen aus dem Auto sind wir gleich mal hell begeistert - was für ein Hauptplatz, der kann sich wirklich sehen lassen und beeindruckt mit einem spannendem Gebäude in der Mitte und hübschen Häuserzeilen ringsum. Bevor wir uns aber hier in architektonischen Betrachtungen verlieren (Das Wetter ist heute doch durchwachsen), Starten wir lieber mit unserer Rundwanderung und verschieben das Bewundern der Häuser auf später. Ein Gebäude springt uns jedoch richtig an - verströmt es südländischen Flair und erinnert an Venedig - das Verderberhaus! Mitten durch das Haus verläuft die Straße und hier durch starten wir auf den Wenzelsteg mit Nummer 31.

Los geht´s - Nummer 31 ist unser Weg, der Wenzelsteg
Der Hauptplatz von Retz mit dem alten Rathaus
Mischung aus Kirche und Rathaus - und hübsches Zentrum des Platzes

Nach dem Tor geht es auch schon zum zweiten ehemaligen Stadttor und gleich danach - immer den Wegweiser nach - biegen wir nach links hinauf ab. Im oberen Bereich zweigt der Fußweg von der wenig befahrenen Straße ab und führt uns immer weiter den Hügel hinauf. Zuerst geht es nun zu einem Highlight: der Retzer Windmühle.


Retzer Altstadt und Retzer Windmühle - beides grandios!


Es ist immer wieder ein besonderer Moment, wenn sie ins Blickfeld kommt. Sind Windmühlen bei uns doch etwas sehr, sehr Seltenes. Der Blick von unten zu ihr hinauf, lässt sie majestätisch am Gipfel vor dem blauen Himmel in strahlendem Weiß leuchten. Mitten in den Weinbergen ist ihre Lage einmalig. Sie ist die einzige betriebsfähige Windmühle Österreichs und wird ausschließlich mit natürlicher Windkraft bewegt. Heute haben wir sogar das Glück, dass sie sich zu drehen beginnt, zwar ganz langsam, aber trotzdem beeindruckend.

Und wieder ein schöner Blick auf die Windmühle von Retz
Typisch Weinviertel - hübsche Weinkeller!
Schon gelegen über Retz - die Windmühle
Blick zurück nach Retz!
Eine hübsche Stadt im Weinviertel, Retz!

Oben angelangt könnt ihr eine Pause machen, den Blick auf die Stadt und die Windmühle genießen! Der Windmühlenheuriger Bergmann ist direkt zu Füßen der Windmühle und hier könnt ihr eine herrliche Brotzeit genießen. Wir haben uns für einen Platz drinnen entschieden - ein Wahnsinns-Ausblick auf die Weinberge bietet sich dort

Der Link zum Windmühlen-Heurigen


Nach der Retzer Windmühle weiter auf dem Wenzelsteg


Danach folgen wir dem Wanderweg nach hinten vorbei am Parkplatz - doch bevor wir wirklich loswandern, zweigen wir noch kurz nach rechts ab: ein Kalvarienberg mit überlebensgroßen Skulpturen aus Zogelsdorfer Sandstein zieht unsere Aufmerksamkeit auf sich. Was für eine Ausdruckskraft in der Mimik und Gestik der Figuren - schaut euch diese Figuren an, es ist sehr beeindruckend.

Auch aus der Ferne ein letzter Blick auf Retz
Das Weinviertel ist von einer besonderen Weite
Die Kreuzigungsgruppe und der Kreuzweg in Lebensgröße - beeindruckend
Gleich unweit der Windmühle ist der Kreuzweg
Das lieben wir am Weinviertel - die Weite!

Zurück am Hauptweg geht es nach weiter - sehr bald danach zweigt unser Weg rechts ab - nicht zu übersehen, ist doch ein großer Wegweiser zum Soldatenfriedhof gleich daneben. An diesem kommen wir auch bald vorbei, unser Weg geht aber immer weiter leicht bergan nach hinten. Gleich nachdem auf der linken Seite der Eierstein auftaucht, geht ein kleiner Trampelpfad auch links nach oben. Wenn ihr diesem folgt, kommt ihr zu einem Bankerl und einer wunderbaren Aussicht zurück zur Windmühle und nach Retz.


Wandern in einzigartiger Landschaft im Weinviertel


Derzeit ist hier besonders schön und es duftet herrlich - die unzähligen Wildrosen blühen. Neben vielen Eichen und Föhren gibt es auch Wildkirschen, die sich schon rot färben. Diese Kombination wirkt besonders spannend und harmonisch zugleich. Noch nie haben wir so viele Wildrosen auf einer Wanderung gesehen. Unser Weg ist asphaltiert, aber dennoch sehr schön zu gehen. Nach einer Wiese auf der rechten Seite erreichen wir den Umkehrpunkt. Hier ist noch ein Bankerl im Wald, wo ihr vor dem Abstieg noch die Ruhe genießen könnt.

Eindeutige Wegführung, viele Wegweiser!
Wieder eine schöne Ansicht der Retzer Windmühle
Vorne nach dem Stein geht es hoch zu einem schönen Aussichtspunkt
Viele hübsche Blumen, auch wenn wir nicht alle kennen.
Immer wieder schöne Aussichtsplätze am Weg
Eine ganz besondere Landschaft mit vielen wilden Kirschen
angenehm, leicht bergauf führt uns der Weg weiter nach hinten
Immer wieder Weingärten zwischen dem Wald und den Wiesen

Nun geht es auf einem einfachen Waldpfad weiter - auf dem es nach Honig riecht: Wir haben offenbar die beste Zeit gewählt, die Robinien blühen. Hier bei uns in Niederösterreich werden sie ja gerne Akazien genannt, auch wenn das nicht ganz stimmt, aber es hat sich durchgesetzt, sogar der Honig heißt so. Dieser Wegabschnitt ist angenehm schattig und führt uns weiter ins Tal hinab. Einmal gilt es ein Privatgrundstück zu überqueren, wo davor ein Schranken den Weg versperrt - aber keine Sorge, ein Schild weist darauf hin, dass Wanderer passieren dürfen. Nun kommen auch bald die ersten Häuser und unser Weg mündet in eine Straße.


Typisch bunte Häuserzeilen im Weinviertel


Es ist eine typisch Weinvierter Straße mit bunter Häuserzeile, liebevoll renovierten und dekorierten Häusern. Da macht es auch Spaß, auf der Straße zurück zu gehen, noch dazu, wenn so wenig los ist wie hier. Bin mir jetzt gar nicht sicher, ob überhaupt ein Auto gefahren ist. Auch wenn jetzt der Weg weniger häufig markiert ist, so ist es doch ein leichtes ihm zu folgen. Der Turm des ehemaligen Rathauses ragt über die Dächer hinaus - er ist unser Ziel. Wenn ihr nach dem langen Geradeaus-Weg bei einer Straße ansteht, dann wendet ihr euch nach rechts und kommt so wieder durch beide Tore auf den Hauptplatz.

Was für ein schönes Fleckchen Erde, das Weinviertel
Eine hübsche Wiese - genau am Umkehrpunkt der Wanderung
Nun geht es auf dem Wenzelsteg zurück nach Retz
Zuerst ein schmaler Wiesenweg....
Sind sie nicht hübsch, die Gänseblümchen?
Auch dieser Wegabschnitt perfekt markiert
Schattig hinab ins Tal!
Typisch bunt Kellergassen und Hauszeilen im Weinviertel

Für uns folgt nun noch eine - wie wir es nennen - Attraktion. Das sind so Erlebnisse nach der Wanderung, etwa der Besuch eines Museums, eines Naturparks oder so wie heute der Besuch des Retzer Erlebniskellers. Rund 20 Kilometer sind die Stollen, Räume und Röhren lang, die bis zu 20 bis 30 Meter tief unter der Erde liegen. Oberhalb gibt es hingegen nur rund zehn Kilometer an Straßen.


Der Retzer Erlebniskeller - eine Weinerlebniswelt im Weinviertel


Bei angenehmen Temperaturen von 10 Grad geht es für uns nun durch die Keller-Gewölbe. Bereits seit dem Jahr 1279 verwahren die Retzer ihren Wein und in Kriegszeiten auch Frauen, Kinder und Schätze in dem Labyrinth aus reinem Meeres-Sand. Und wirklich - wenn man die Wände berührt, spürt man, dass es echter Sand ist. Ein toller Rundgang mit vielen Geschichten von einem Keller-Führer, zum Schluss gibt es noch ein Glas Weinviertler Wein, in unserem Fall ein Welschriesling vom Weingut Schnabel. In der Vinothek könnt ihr noch nach Lust und Laune Retzer Weine kaufen.

der Retzer Erlebniskeller
Seht ihr die Schienen im Retzer Erlebniskeller?
Sand an der Wand - die Gewölbe halten von alleine im Retzer Erlebniskeller
Wirklich Sand - spürt man, beim Hingreifen im Retzer Erlebniskeller
Besondere Flachen - der Kellerführer erklärt alles genau und spannend!
Was für lange Gänge - ein wahres Labyrinth im Retzer Erlebniskeller
Sehr abwechslungsreich und spannend gestaltet - die Führung durch den Retzer Erlebniskeller
Und nun geht es dann nach oben - zur Weinverkostung!
Spannend und informativ vom Beginn bis zum Schluss - dicke Empfehlung!

Der Link zum Erlebniskeller

Eintritt: 11,50 Euro, Führungen um 10.30, 14:00 und 16:00. Unbedingt Voranmelden!!!! Treffpunkt ist mitten am Hauptplatz vor dem ehemaligen Rathaus in der Mitte, die Karten bekommt ihr genau gegenüber.

Ist auch in die Niederösterreich-Card inkludiert.

Der Link zur Niederösterreich-Card


Tourdaten





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Die Reisereporter
Sonja & Gerald Lechner
Ließfeldstraße 20, 3100 St. Pölten

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