Alpiner Charakter mitten im Wienerwald? Der Gaisstein!

Aktualisiert: Nov 15



Wenn die Tage kurz sind, muss man ja bei jeder Tour gut überlegen, ob sie sich auch ausgeht und natürlich, ob sie im Winter sicher zu erwandern ist.


Blick auf den Gaisstein und zum Gipfelkreuz


Der Gaisstein im Wienerwald war uns ja völlig unbekannt, aber der so oft beschriebene "alpine Charakter" und die perfekte Länge machten uns neugierig. Also los, der Stefanietag nach zwei Weihnachtstagen voller Leckereien ist ja der ideale Tag dafür. In Furth an der Triesting gibt es einen perfekten Start-Parkplatz unweit der Kirche. Vorbei am Kindergarten und einem Bauernhof geht es über eine Wiese stetig bergauf. Vereinzelt stehen alte Bäume, die an einem heißen Sommertag sicher einen idealen Schattenspender abgeben. Bald stoßen wir auf den nächsten Bauernhof, wo wir entlang der Pferdekoppel Richtung Wald weitergehen. Wer ohne GPS unterwegs ist: die Wandermarkierungen sind eindeutig und gut sichtbar.


Da geht es hinauf - der erste Blick auf den Gaisstein


Nun geht es durch den Wald immer weiter bergauf. Eine Wiese mit einem alten Bauernhaus durchbricht den stimmigen Buchen- und Röhrenwald. Hier geht es durch eine Drehtür bei einem hohen Zaun, der uns darüber informiert, dass wir nun ein Wildgatter betreten. Ein gemütlicher Weg führt uns weiter bergauf. Etwas später lädt uns die Wandermarkierung nach links hinunter auf einen kleinen Steig - er mündet bei einer Wiese, wo ein richtig stimmiger Lost Place eines alten Bauernhauses ist. Faszinierend, dass die Kamine noch in die Luft ragen, während andere Teile des Gehöfts schon sehr ruinös sind.

Lostplace - liebt ihr sie oder findet ihr sie grauslich? Bei uns kommt es drauf an - dieser hier gefällt uns.

Hier treffen auch die beiden Wege - der Steig und der normale Weg - wieder zusammen. Für uns geht es noch weiter hinauf, vorbei an einer Felswand mit mehreren Höhlen. Wir erreichen die erste "Hochebene", auf der wir zum ersten Mal seit unserem Start eben dahin marschieren. Jedoch nur für kurze Zeit: rechts bei einem Hochstand zweigt der Weg zum Gipfel ab. Ein Steig führt uns nach oben und ja, es stimmt: hier herrscht alpiner Charakter. Ein grandioser Anblick tut sich vor uns auf und wir genießen die ursprüngliche Natur rings um uns. Ein besonderes Highlight sind für uns die Steinböcke, die wir wirklich lange bewundern können. Ab dem Einstieg in den Aufstieg empfehlen wir euch daher wirklich leise zu sein - so habt ihr die besten Chancen auf eine Sichtung.

Steinbock am Gaisstein - darauf haben wir gehofft!

Den Gipfel erreicht man über den Grat - wir gehen zuerst nach "vorne" weiter und kommen so mit einer großen Kehre auf den Grat und finden das erste Gipfel-Bankerl. Von dort gehen wir dann weiter Richtung Gipfelkreuz. Immer wieder bleiben wir stehen und genießen den Ausblick - es ist einfach zu schön hier oben, auch wenn heute der Nordwind pfeift und es leicht schneit. Der Gipfel bietet mit einem weiteren Bankerl die Möglichkeit zum Rasten, hier kann man in der wärmeren Jahreszeit sicher genüsslich seine Jause verspeisen.

Wenn sich der Himmel verdunkelt und ein Schneesturm naht....
Vor dem Gipfel - das Wetter hält!

Gleich nach dem Gipfel beginnt der Abstieg, wo uns noch einmal der Anblick von Steinböcken vergönnt ist. Sie sind so entspannt, dass sie uns zwar beobachten, aber entspannt weiter grasen. Dieser Weg mündet nun wieder in den ursprünglichen Steig und wir kommen zurück auf die Wiese.

Hochalpiner Charakter am Grat zum Gipfel

Reisedaten: 13 km, 650 hm pro Richtung

Voraussetzungen: Trittsicherheit auf den Steigen und besonders im Gipfelbereich, es geht auf einer Seite wirklich steil nach unten. Jedoch muss man nirgends kraxeln oder sich anhalten.

Einkehrmöglichkeit: leider keine, aber immer wieder perfekte Rastmöglichkeiten für die eigene Jause.


Blick ins Tal vom Gaisstein aus


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Die Reisereporter
Sonja & Gerald Lechner
Ließfeldstraße 20, 3100 St. Pölten
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